dakar

Wednesday, November 16, 2011

Von Sonne und Salzwasser gesprungene Lippen, braungebrannt, geschundene Knie, unsäglicher Muskelkater in Schultern und Armen, zahlreiche blaue Flecken und Haare wie Stroh: Beweis genug, für all jene, die mein Vorhaben mitleidig belächelt haben – ich hab’s nämlich getan! Jawoll, mich auf ein Surfbrett gestellt! Haha, schön wärs! Sagen wir, ich hab’s versucht. Immer und immer wieder, die meiste Zeit hab ich dann eher horizontal darauf verbracht. Und mich feige daran festgeklammert und gleichzeitig tausende Liter Salzwasser geschluckt (ok, ich übertreibe). Die Wellen waren für Wasserscheue wie mich einfach riiiiiiiesig! Nein, haushoch (ok, ich übertreibe schon wieder)! Dazu all die Strömungen, die dich immer entweder rein, Richtung Strand, nach links oder nach rechts treiben (nur nie dorthin, wo du hinwillst). Oder sie hauen dich direkt um.

Aber ich habe gekämpft! ;) Und meine Angst vor dem Ozean grösstenteils überwunden (wer mich kennt, weiss, dass ich problemlos eine Woche am Meer verbringen kann, ohne viel mehr als die grosse Zehe darin zu baden…). Dank endlosem Zureden geduldiger Surferfahrenen (Sorry guys, I was a mess!) und deren wertvollen Tipps, lernte ich: wenn dich die Welle erwischt, was gefühlte 100’000 Mal der Fall war, kampflos unten bleiben, Arme vor den Kopf, für den Fall, dass das Board angeflogen kommt und warten, bis sie vorbeigerollt ist. So einfach ist das. Ähä!

Natürlich wurde nicht nur gesurft: wir haben gechillt und dabei fremd-ge-ipodded (und verhängnisvolle, süchtigmachende Mucke dabei entdeckt), Tabaski (muslimischer Feiertag zwecks Lynchung von Schafen) ganz traditionell im Elternhaus unseres Gastgebers gefeiert, im Camp das perfekte Familienleben inszeniert, Baby Khady in die Runde gegeben und gehätschelt, bei Endlosdiskussionen die Welt verändert (rein theoretisch jedenfalls), zuviel geraucht, Sterne gekuckt und natürlich auch getanzt und die perfekte nuit blanche hingelegt. Mauern bröckeln…

Wen’s interessiert, quartier dich im Malika Surfcamp ein, die stehen nicht nur jeden Tag auf ihren Brettern, die leben Surfkultur in Reinform! Einfach nur Geil!

2011_11 Dakar
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